BESUCH BEIM DIAKONISCHEN WERK

Getreu meinem Motto „Hingehen. Zuhören. Gestalten.“ besuchte ich kürzlich das Diakonische Werk des Kirchenkreises Harzer Land in Osterode. Die Kirchenkreissozialarbeiter Susanne Mende und Norbert Hammermeister waren meine Gastgeber sowie Dana Pruss, die als Flüchtlingssozialarbeiterin tätig ist.

Die Drei sind erste Ansprechpartner im Netzwerk diakonischer Dienste und leisten tolle Arbeit hier vor Ort. Kernmotiv ihrer Tätigkeit ist es, den Einzelnen in Not anzunehmen und ihm – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Ansehen oder Vermögen – Hilfe anzubieten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung der Selbsthilfekräfte. Dabei sind sie offen für alle Menschen, egal welcher Konfession. Sie erfahren viel über die „Schwachen“ der Gesellschaft, ein Thema, das jeder Bürgermeister im Blick behalten muss. Wo gibt es Problemlagen und soziale Brennpunkte? Was kann hier getan werden – auch von Seiten der Stadt Osterode?

Im Gespräch ging es um Themen der Kirchenkreissozialarbeit wie beispielsweise die Sozialberatung, das Bildungs- und Teilhabepaket, Schuldnerberatung, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung und die Vermittlung von Kuren. Auch die Flüchtlingssozialarbeit ist weiterhin wichtig: Hier geht es nun vor allem um Projektarbeit, Sozialberatung und Asylverfahrensberatung.

Frau Mende, Frau Pruss und Herr Hammermeister berichteten mir auch von aktuellen Projekten, die ich toll und wichtig finde und als Bürgermeister gerne unterstützen würde: Das Projekt „Karla kickt mit“ fördert Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, die an sportlichen Aktivitäten interessiert sind. Jedes Kind, das nachweislich mit Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes in einem Sportverein aktiv ist, erhält in einer der drei Beratungsstellen des DW einen Gutschein über 50 €, der dann in Sportfachgeschäften auch in Osterode eingelöst werden kann. Die Mittel dafür kommen aus dem Diakoniefonds und Spenden.

Ein weiteres spannendes Projekt ist der iChor unter Leitung von André Wenauer, der jeden Donnerstag zwischen 19 und 20.30 Uhr im Martin-Luther-Haus in Herzberg singt. Das Besondere an dem Chor für Menschen zwischen 14 und 27 Jahren ist, dass sich hier Einheimische und Geflüchtete treffen und erleben, dass Unterschiedlichkeit bereichert.

Eine ähnliche Zielrichtung hat das vor kurzem angelaufene Musicalprojekt unter dem Titel „It’s Showtime“. Bis November sollen die Teilnehmer alles gemeinsam erarbeitet haben. Träger des Projektes sind die Stadtjugendpflege Osterode, die Flüchtlingssozialarbeit im Kirchenkreis Harzer Land, die Evangelische Jugend sowie die Musiker Melanie Mau & Martin Schnella mit jahrelanger Erfahrung aus etlichen vorangegangenen Projekten.

Aus den Gesprächen im Diakonischen Werk habe ich die Erkenntnis mitgenommen, wie wichtig ein kurzer Draht von hier zu Politik und Verwaltung ist, denn es geht um Menschen, die Hilfe benötigen. Für diese Menschen bessere Bedingungen zu schaffen, ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen. Soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen, war für mich ein wichtiger Grund, überhaupt in die Politik zu gehen. Und da bleibt noch viel zu tun.