BESUCH BEI DER ELHADJ DIOUF FOUNDATION (EDF)

Kürzlich war ich bei der Elhadj Diouf Foundation (EDF) zu Gast und informierte mich bei Tobias Rusteberg und Klaus Becker vom Stiftungsrat über das weit über Osterode hinaus bekannte Projekt mit Kaolack im Senegal.

Angefangen hat alles damit, dass Tobias Rusteberg, Lehrer am Osteroder Tilman-Riemenschneider-Gymnasium, und Elhadj Diouf, Lehrer am Lycée Valdiodio NDiaye in Kaolack 2012 einen Briefwechsel für ihre Schülerinnen und Schüler initiierten. Aus dieser Brieffreundschaft ist eine feste Schulpartnerschaft entstanden und es gab zahlreiche gegenseitige Besuche und Austausche.

Aus der Schulpartnerschaft entstand eine Städtefreundschaft, bei der gemeinsame Projekte auf Augenhöhe umgesetzt werden. Projektfelder der kommunalen Klimapartnerschaft sind natürlich der Klimaschutz sowie im Besonderen die Themen Wasser und Forstwirtschaft.

Mit der Stiftung kam ein drittes Standbein hinzu, um das bundesweit anerkannte „Osteroder Modell“ komplett zu machen. Sie erhielt den Namen des Deutschlehrers Elhadj Diouf, der eine der treibenden Kräfte des über Jahre gewachsenen Austausches gewesen war und im Januar 2018 durch einen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen wurde.

Ziel der Stiftung ist das Ermöglichen von Projekten, die die deutsche und senegalesische Jugend zusammenbringen. Im Schulbereich soll es jährlich zwei Begegnungen geben, die jeweils unter einem Thema stattfinden. In diesem Jahr ist es das Thema Wasser. Dabei geht es vor allem um Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist auch ein wichtiges Thema für Osterode. Die kommunale Klimapartnerschaft mit Kaolack im Senegal ist dabei sicher ein wichtiger Baustein, um das Thema noch stärker im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürgern zu verankern.

Die Städtefreundschaft mit Kaolack darf natürlich nicht in Konkurrenz zu den Städtepartnerschaften mit Armentières und Ostroda stehen. Vielmehr geht es bei der EDF um einen Austausch mit Afrika, in dessen Mittelpunkt Begegnungen und Zusammenarbeit auf Augenhöhe stehen.

Wer die erste Stiftungsgala im letzten Herbst miterlebt hat, hat gesehen, wie viel überregionale Anerkennung das „Osteroder Modell“ bereits gefunden hat und wie dieses bundesweit anerkannte Modell zum positiven Image unserer Stadt beiträgt. Prominente wie der vielfach ausgezeichnete TV-Moderator Matthias Stach oder der Sänger Adel Tawil fanden ihren Weg in die Osteroder Stadthalle. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, würdigte per Videobotschaft das „Osteroder Modell“ als wegweisendes Beispiel für die deutsch-afrikanische Zusammenarbeit.

Ich bin überzeugt, dass einer partnerschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Kooperation auf Augenhöhe, die dabei zudem auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung setzt, in Zeiten globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Migration enorme Bedeutung zukommt.

Deshalb gilt es Begegnungen auf möglichst vielen Ebenen weiter zu fördern: Osterode – um Begegnungen voraus.

Zusammen mit Bürgermeister Klaus Becker (l.) und Tobias Rusteberg (r.)